
Judo ist eine japanische Kampfsportart deren
Wurzeln schon viele Jahrhunderte alt sind.
Im japanischen Mittelalter, der Zeit der Samurai,
wurden Techniken entwickelt, um Gegner mit bloßen Händen
zu besiegen. Diese Kampftechniken waren früher streng geheim
und wurden nur innerhalb der Clans weitergegeben. Das Verraten
einer solchen Kampftechnik wurde auf jeden Fall mit dem Tode
bestraft.
Heute ist das glücklicherweise anders!
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Jigoro Kano
aus dem damaligen Jujutsu das heutige moderne Judo. Kano
verzichtete dabei bewußt auf gefährliche Angriffs- und
Verteidigungstechniken. So wurden insbesondere Schläge und
Stöße mit Armen und Beinen entfernt und Hebeltechniken
in ihrer Anwendung begrenzt. Diese und andere effektive Elemente
der Selbstverteidigung werden erst später den erfahrenen
Judoka im Rahmen der Selbstverteidigung beigebracht.
Judo kann jeder Mensch, egal welchen Alters oder
Geschlechts gefahrlos betreiben. Schon Kinder im Vorschulalter
betreiben Judo, ebenso sieht man selbst 80-jährige auf der
Matte.
Man kann Judo als Wettkampf- oder auch als
Breitensport betreiben.
Jedes Training beinhaltet eine intensive Erwärmung
inklusive der Dehnungs- und Fallübungen, um danach
ungefährdert Wurftechniken, Haltegriffe und den ein oder
anderen Übungskampf zu machen.
Judo entwickelt und trainiert
einerseits körperlichen Fähigkeiten, wie Koordination,
Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft, aber auch geistige Fähigkeiten
wie Selbstdisziplin, Belastbarkeit und Konzentration.
Seit 1964 ist Judo eine olympische
Disziplin und wird heute von Millionen von Menschen praktiziert.
Sie trainieren um fit zu bleiben,
Disziplin und Körperbeherschung zu erlernen, um sich
verteidigen zu können oder um sich einfach nur mit anderen
Menschen zu treffen.
Die meisten von Ihnen aber machen
Judo, weil es ihnen einfach nur Spaß macht!
Vorurteile
(?) gegen die Sportart Judo
"Für Judo bin ich nicht sportlich
genug"
Judo ist in erster Linie ein Breitensport. Man muß
dafür nicht sportlicher sein als zum Beispiel für
Schwimmen, Radfahren oder Jogging. In den Anfängergruppen
werden Kondition und Beweglichkeit nicht vorausgesetzt, sondern
nach und nach aufgebaut. Niemand wird überfordert, denn Judo
soll vor allem Spaß machen.
"Judo ist eine harte Sportart"
Judo-Neulinge werden zunächst kontinuierlich
in die hohe Kunst der Fallschule eingeführt, die auch
außerhalb der Judomatte gut zu gebrauchen ist. Erst wer
fallen kann ohne sich weh zu tun lernt die ersten leichten Würfe.
"Für Judo bin ich nicht kräftig
genug"
Judo bedeutet ,,Der sanfte Weg." Nicht Kraft
ist das Grundprinzip, sondern Technik. Die Kraft des Gegners wird
geschickt ausgenutzt, sein Gleichgewicht wird gebrochen und die
eigene Kraft wird auf den schwächsten Punkt des Gegners
konzentriert. Deshalb kann man mit Judo auch einen größeren
und stärkeren Gegner bezwingen: Siegen durch Nachgeben.
"Judo ist für Kinder ungeeignet"
Judo ist im Gegenteil ein idealer Sport für
Kinder und Jugendliche. Unter der Obhut von qualifizierten
Trainern können sie sich spielerisch austoben. Ganz nebenbei
erzieht Judo sie zu sportlichem Verhalten und
Kameradschaftlichkeit, stärkt ihr Selbstbewußtsein und
hilft ihnen, sich im täglichen Leben zu behaupten.
"Judo ist eine gefährliche Sportart"
Statistiken belegen, daß die
Verletzungsgefahr beim Judo sehr gering ist, viel geringer als
zum Beispiel bei Ballsportarten.Beim Judo-Breitensport sind
größere Verletzungen sogar äußerst selten.
"Für Judo bin ich schon zu alt"
Auch wenn man sich nicht mehr jung genug fühlt,
um an großen Wettkämpfen teilzunehmen - um Judo zu
erlernen, ist man nie zu alt. Als Breitensport bietet Judo selbst
Senioren die Möglichkeit, sich körperlich fit zu
halten.
"Judo macht aggressiv"
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Von
fernöstlicher Mentalität geprägt, zwingt Judo die
Sportler zu Fairneß und Selbstdisziplin. Das ethische
Prinzip des Judo ist gegenseitiges Helfen und Verstehen. Es geht
nicht darum, einen Gegner zu bezwingen, sondern das Ziel ist ein
Kräftemessen mit dem Partner.
Jemand, der meint, Judo lernen zu müssen, um
die dort erlernten Techniken, bei der nächsten Prügelei
anwenden zu können, ist mit Sicherheit falsch bei uns! Im
übrigen sind die Judotechniken hierfür auch gar nicht
so gut geeignet, wie im allgemeinen angenommen wird.
Oft gestellte
Fragen zu Judo
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